Chancenlos gegen Spanien - aber jetzt gilt's für die DPV-Frauen
Deutschlands Padel-Frauen haben zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Doha gegen Topfavorit Spanien mit 0:3 verloren.

Deutschlands Padel-Frauen haben zum Auftakt der Weltmeisterschaft in Doha gegen Topfavorit Spanien mit 0:3 verloren. Sportlich war gegen die Weltelite erwartungsgemäß wenig zu holen. Dennoch dürfte die Begegnung für die deutsche Mannschaft eine wertvolle Erfahrung gewesen sein.
Für die deutschen Padel-Frauen war es der wohl schwerstmögliche Auftakt in die Weltmeisterschaft. Gegen Titelverteidiger Spanien, seit Jahren das Maß aller Dinge im Frauen-Padel, stand am Ende eine deutliche 0:3-Niederlage. In insgesamt sechs Sätzen gelangen der deutschen Mannschaft zwei Games. Ein Ergebnis, das allerdings kaum etwas über das tatsächliche Leistungsvermögen des deutschen Teams aussagt. Zu groß ist der Unterschied zwischen den beiden Padel-Nationen, zu hoch die individuelle Qualität der spanischen Spielerinnen. Schon die erfolgreiche Qualifikation für die WM-Endrunde war für Deutschland ein großer Erfolg gewesen. Gegen Spanien ging es deshalb in erster Linie darum, sich mit den Besten der Welt zu messen, möglichst lange in den Ballwechseln zu bleiben und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Zum Auftakt trafen Victoria Kurz und Milla Blaschke auf Claudia Fernández und Bea González. Das deutsche Duo unterlag mit 0:6, 1:6, zeigte im zweiten Satz aber zumindest für einige Minuten, dass es auch gegen die absolute Weltelite gute Ballwechsel gestalten kann. Kurz und Blaschke hielten in dieser Phase stark dagegen und erspielten sich schließlich eines der beiden deutschen Games. Ein kleiner, aber bemerkenswerter Moment gegen zwei Spielerinnen, die zu den Besten ihres Sports gehören. Auch Luciana Renic und Denise Höfer holten gegen Paula Josemaría und Martina Calvo beim 1:6, 0:6 ein Game. Im abschließenden Doppel mussten sich Celina Ermann und Alissa Schmitz gegen Gemma Triay und Marta Ortega mit 0:6, 0:6 geschlagen geben.
Ein Duell zweier Padel-Welten
Es war wie erwartet ein Aufeinandertreffen zweier Nationen, deren Voraussetzungen kaum unterschiedlicher sein könnten. Während Spanien seit Jahrzehnten die internationale Spitze prägt und gleich acht Spielerinnen aus den Top Ten der Weltrangliste aufbieten kann, befindet sich der deutsche Padel-Sport noch in einer vergleichsweise frühen Entwicklungsphase. Auf dem Court nahm die Begegnung zwischenzeitlich beinahe den Charakter eines Trainingsspiels an – nicht, weil die Deutschen zu wenig investierten, sondern weil die Spanierinnen mit ihrer technischen Präzision, ihrem Tempo und ihrer Spielübersicht nahezu jeden Ballwechsel kontrollieren konnten. Für Deutschland war es unter diesen Voraussetzungen schon eine Herausforderung, überhaupt längere ausgeglichene Phasen zu gestalten. Eine klassische sportliche Leistungsbewertung lässt dieses ungleiche Duell deshalb kaum zu.
Eine Erfahrung, die nicht alltäglich ist
Trotz des deutlichen Ergebnisses dürfte die Begegnung für die deutsche Mannschaft einen besonderen Stellenwert haben. Selbst Victoria Kurz, Deutschlands international erfahrenste Spielerin, bekommt nur selten die Gelegenheit, sich mit Gegnerinnen dieses Kalibers zu messen. Für ihre Teamkolleginnen sind solche Duelle noch außergewöhnlicher. Gegen Spielerinnen anzutreten, die regelmäßig die größten Turniere der Welt prägen, ist eine Erfahrung, die sich im Trainingsalltag kaum simulieren lässt.
Auffällig war dabei auch die Aufstellung von Bundestrainer Daniel Lingen: Mit Katharina Hering und Lena Plümer blieb das deutsche Top-Duo, das in der WM-Qualifikation den entscheidenden Punkt gegen Dänemark geholt hatte, zunächst auf der Bank. Gut möglich, dass Lingen angesichts der ohnehin äußerst geringen Siegchancen gegen Spanien bewusst anderen Spielerinnen die Gelegenheit geben wollte, wertvolle Spielpraxis auf höchstem Niveau zu sammeln. Gleichzeitig machte die Partie deutlich, wie groß der Abstand zur absoluten Weltspitze noch ist. Diesen über die kommenden Jahre Schritt für Schritt zu verkleinern, bleibt eine langfristige Aufgabe für den deutschen Padel-Sport. Dass Deutschland inzwischen überhaupt auf dieser Bühne vertreten ist, gehört dabei ebenfalls zur Einordnung.
Gegen Brasilien und Großbritannien geht es um mehr
Ein aussagekräftigerer sportlicher Maßstab für die deutschen Frauen werden die verbleibenden Gruppenspiele sein. Gegen Brasilien wartet eine weitere anspruchsvolle Aufgabe, allerdings nicht von der gleichen Größenordnung wie gegen Spanien. Auch gegen Großbritannien dürfte sich die Mannschaft deutlich mehr ausrechnen. Unterschätzen sollte Deutschland die Britinnen allerdings keinesfalls: Sie waren in der europäischen WM-Qualifikation an Nummer eins gesetzt und blieben dort ungeschlagen. In beiden Begegnungen wird es nun darum gehen, die eigenen Stärken deutlich häufiger auf den Court zu bringen und möglichst den ersten Sieg bei dieser Weltmeisterschaft einzufahren. Die jeweils beiden besten Mannschaften der vier Gruppen qualifizieren sich für das Viertelfinale.
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