Spaniens Padelspielerinnen auch in Katar Mega-Favorit
Spaniens Starensemble bei der Padel-WM – wer soll diese Mannschaft stoppen?

KI-generierte Illustration
Spanien dominiert das Frauen-Padel nach Belieben. Bei der WM in Doha greifen gleich acht Top-Ten-Spielerinnen nach dem siebten Titel in Folge. Erster Herausforderer ist Argentinien – doch selbst mit Weltstar Delfi Brea erscheint die Titelverteidigung der Spanierinnen kaum zu verhindern.
Sie liefern sich seit Monaten spektakuläre Duelle, kämpfen in epischen Dreisatz-Matches um Titel und Weltranglistenpunkte. Doch bei der Padel-WM in Doha werden aus erbitterten Rivalinnen plötzlich Teamkolleginnen. Und das dürfte der Konkurrenz gehörig Angst machen.
Denn sieben der acht Spielerinnen, die bei den jüngsten Premier-Padel-Turnieren regelmäßig die Halbfinals unter sich ausmachen, kommen aus Spanien. Die einzige Ausnahme: die argentinische Weltranglistenerste Delfi Brea.
Vom 2. bis 7. November kämpft die Weltelite in Katar um den WM-Titel. Während bei den Männern ein packender Zweikampf zwischen Argentinien und Spanien erwartet wird, sind die Kräfteverhältnisse bei den Frauen deutlich klarer. Spanien ist der haushohe Favorit.
Acht Top-Ten-Spielerinnen: Spaniens unglaubliche Dominanz
Gemma Triay, Bea González, Ariana Sánchez, Paula Josemaría, Claudia Fernández, Andrea Ustero, Martina Calvo und Marta Ortega: Spanien schickt ein Starensemble zur WM, das seinesgleichen sucht. Alle acht Spielerinnen stehen in den Top 10 der Weltrangliste. Ein Blick auf die Premier-Padel-Tour zeigt, wie außergewöhnlich die Qualität ist.
Zuletzt erreichten bei vier Turnieren in Folge dieselben vier Doppel das Halbfinale: Triay/Brea, González/Josemaría, Sánchez/Ustero und Fernández/Calvo. Sieben der acht Spielerinnen tragen bei der WM das spanische Trikot.
Wie eng es dabei selbst zwischen den besten Paarungen zugeht, zeigte das Kuwait Major unmittelbar vor der WM. Sánchez und Ustero besiegten González und Josemaría nach einem packenden Duell über 3:44 Stunden. Auch Triay und Brea mussten gegen Fernández und Calvo über drei Sätze gehen. Bei der WM können all diese Ausnahmespielerinnen nun auf derselben Seite stehen. Spaniens Nationaltrainerin Icíar Montes hat bei der Zusammenstellung ihrer Doppel die Qual der Wahl.
Argentinien: Eine Weltklassespielerin reicht nicht
Die größte Herausforderin der Spanierinnen ist ausgerechnet die einzige Nicht-Spanierin aus dem erlesenen Kreis der dominierenden Topdoppel. Delfi Brea bildet gemeinsam mit Gemma Triay das derzeit führende Duo der Welt. Erst am vergangenen Samstag gewannen die beiden das Kuwait Major und bauten ihre Spitzenposition weiter aus. Bei der WM werden aus den erfolgreichen Partnerinnen plötzlich Gegnerinnen.
Doch während Triay auf gleich sieben weitere Top-Ten-Spielerinnen zählen kann, ist Brea in der argentinischen Auswahl weitgehend auf sich allein gestellt, wenn es um die absolute Weltelite geht.
Mit Claudia Jensen (Weltranglistenplatz 11) und Aranzazu Osoro (17) verfügt Argentinien zwar über weitere starke Spielerinnen. An die enorme Leistungsdichte der Spanierinnen kommt der Vizeweltmeister allerdings nicht heran.
Sechsmal in Folge Weltmeister: Spanien jagt den nächsten Titel
Auch die Vergangenheit spricht eine eindeutige Sprache. Die letzten sechs Weltmeisterschaften gewannen allesamt die Spanierinnen. 2024 setzten sie sich im Finale mit 2:0 gegen Argentinien durch und feierten ihren insgesamt neunten WM-Titel.
Allerdings war das Endspiel umkämpfter, als das Ergebnis vermuten lässt. Vor allem das entscheidende zweite Doppel, in dem Ariana Sánchez und Paula Josemaría gegen Delfi Brea und Claudia Jensen gewannen, entwickelte sich zu einem fast dreistündigen Krimi.
Auch diesmal dürfte Argentinien der wahrscheinlichste Finalgegner sein. Doch angesichts der spanischen Übermacht wäre schon ein Titelgewinn der Südamerikanerinnen eine gewaltige Überraschung.
Bronze: Italien und Portugal kämpfen um Platz drei
Während bei Gold und Silber alles auf Spanien und Argentinien hindeutet, könnte es im Kampf um Bronze deutlich enger werden. 2024 sicherte sich Italien den dritten Platz vor Portugal. Beide Nationen zählen auch diesmal zu den heißesten Medaillenkandidaten, wobei den Italienerinnen größere Chancen eingeräumt werden.
Italien setzt unter anderem auf Giulia Dal Pozzo und Carolina Orsi. Portugal verfügt mit Sofia Araújo, der Nummer neun der Welt, über eine besonders starke Spielerin. Dahinter bringt das Team mit Ana Catarina Nogueira weitere internationale Erfahrung mit. Auch Frankreich und die Niederlande gehören zum erweiterten Kreis der Nationen, die um vordere Platzierungen kämpfen könnten.
Die deutsche Auswahl trifft in Gruppe A auf Spanien, Brasilien und Großbritannien. Eine Medaille ist angesichts der enormen internationalen Konkurrenz kein realistisches Ziel. Schon das Erreichen der K.-o.-Runde wäre ein großer Erfolg.
Die Favoritenrolle dagegen ist so klar verteilt wie selten: Alles andere als Spaniens siebter WM-Titel in Folge wäre eine Sensation.
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