Klopp-Bortschaft und blonde Haare: Deutschlands WM-Chancen
Deutschlands Padel-Nationalteams starten in die WM in Katar. Jürgen Klopp liefert die Motivation – doch wie realistisch ist der Einzug ins Viertelfinale?

Ki-generierte Illustration
Jürgen Klopp schickt Deutschlands Padel-Nationalspielern eine motivierende Botschaft nach Katar. Mit blondierten Haaren und großen Ambitionen starten die Männer in die WM. Auch die Frauen hoffen auf den Einzug ins Viertelfinale. Doch wie gut stehen die deutschen Chancen wirklich?
Prominente Unterstützung für Deutschlands Padel-Nationalmannschaft: Ausgerechnet Jürgen Klopp hat den deutschen Spielern vor dem Start der Weltmeisterschaft in Katar eine Videobotschaft geschickt. Der frühere Liverpool-Trainer und heutige Fußball-Bundestrainer rief dem Team unter anderem zu: "Ich habe letztens erst auf einer Pressekonferenz gesagt, dass ich uns die deutsche Fahne gerne zurückholen würde – jetzt tragt ihr sie erstmal nach Katar!"
Nationalspieler Johannes Lindmeyer berichtete am Montagmorgen auf Instagram von dem überraschenden Grußwort des bekennenden Padel-Fans. Für ihn ist Klopps Botschaft klar: "Wir müssen bereit sein, über uns hinauszuwachsen."
Die Zielsetzung formulierte Lindmeyer ebenfalls unmissverständlich: "Der Kampf um Gruppenplatz zwei ist eröffnet."
Blondierte Haare und große Ambitionen
Für den WM-Auftritt haben sich die deutschen Männer auch optisch etwas Besonderes einfallen lassen. Das gesamte Team einschließlich Bundestrainer Pablo Pelassini tritt mit wasserstoffblonden Haaren an. Hintergrund ist eine eingelöste Wettschuld aus der erfolgreichen WM-Qualifikation.
Sportlich haben beide deutschen Mannschaften bereits mit dem Erreichen einen wichtigen Erfolg gefeiert: Ende September qualifizierten sich die Männer und Frauen bei der europäischen Ausscheidung in Madrid bei packenden Quali-Spielen. Die Frauen setzten sich gegen Dänemark durch, die Männer gegen Großbritannien – jeweils mit 2:1.
Deutschlands Männer: Portugal als Favorit, Chile als Schlüsselgegner
In Doha warten auf die deutschen Männer Portugal, Chile und Gastgeber Katar. Besonders Portugal ist eine Hausnummer: Der WM-Dritte von 2024 verfügt mit den Deus-Brüdern und weiteren international erfahrenen Spielern über einen ausgesprochen starken Kader. Platz eins scheint an Medaillenkandidat Portugal vergeben.
Auch Chile ist keineswegs zu unterschätzen. Mit Javier Valdés steht ein Spieler im Aufgebot, der in der Weltrangliste deutlich vor Deutschlands Topspieler Agustín Reca platziert ist. Das Duell mit den Südamerikanern zu den entscheidenden Partien im Kampf um Gruppenplatz zwei gehören.
Gegen Gastgeber Katar sollte sich Deutschland ebenfalls Chancen ausrechnen dürfen. Klar ist aber: Für den Sprung ins Viertelfinale müssen die Deutschen mindestens einen höher eingeschätzten Konkurrenten hinter sich lassen.
Deutschlands Frauen: Victoria Kurz macht Hoffnung
Noch schwieriger erscheint die Ausgangslage der deutschen Frauen. Mit Spanien wartet der amtierende Weltmeister und haushohe Favorit. Gegen die Mannschaft um einige der besten Spielerinnen der Welt wäre schon ein einzelner Matchgewinn eine riesige Überraschung.
Entscheidender dürften die Begegnungen mit Brasilien und Großbritannien werden. Hier besitzt Deutschland mit Victoria Kurz immerhin eine Spielerin, die in der Weltrangliste vor den bestplatzierten Spielerinnen beider Konkurrenten steht.
Allerdings sind sowohl Brasilien als auch Großbritannien in der Breite international besser besetzt. Gerade deshalb wird es auf die übrigen deutschen Doppel ankommen.
Immerhin: Kurz blickt optimistischer auf die WM als noch vor zwei Jahren. In einem Interview mit dem Podcast Deuces with Gonza & Nico betonte die deutsche Spitzenspielerin, dass der Kader inzwischen ausgeglichener sei und sie ihren Mitspielerinnen deutlich mehr zutraue.
Warum die Weltrangliste täuschen kann
Wie schwer die deutschen Aufgaben tatsächlich werden, lässt sich allerdings nur bedingt aus der Weltrangliste ablesen. Viele deutsche Spitzenspieler nehmen vergleichsweise selten an internationalen FIP-Turnieren teil. Der Aufwand ist hoch, die Konkurrenz groß. Entsprechend spiegeln ihre Ranglistenpositionen nicht zwangsläufig ihr tatsächliches Leistungsniveau wider.
Umgekehrt spricht es natürlich für die Qualität anderer Nationen, wenn sie gleich mehrere Spieler unter den besten 200 der Welt haben.
Hinzu kommt der besondere Reiz einer Nationen-WM: Auf der internationalen Tour dominieren vor allem spanische und argentinische Spieler. Viele der übrigen Nationen treffen auf diesem Niveau nur selten aufeinander. Auch die Doppelkonstellationen sind ungewohnt. Wie gut die Teams tatsächlich harmonieren, bleibt deshalb eine spannende Frage.
Viertelfinale? Möglich, aber eine Überraschung
Vor zwei Jahren landeten Deutschlands Frauen bei der WM in Doha auf dem letzten Platz, die Männer waren gar nicht qualifiziert. Diesmal wollen beide Mannschaften mehr.
Der zweite Gruppenplatz und damit der Einzug ins Viertelfinale ist für beide Teams durchaus möglich – wäre angesichts der Konkurrenz aber eine Überraschung.
Genau hier schließt sich der Kreis zu Jürgen Klopp. Denn um tatsächlich unter die besten acht Nationen der Welt vorzustoßen, werden die Deutschen wohl genau das tun müssen, was Lindmeyer vor dem Turnier angekündigt hat: über sich hinauswachsen.
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