Padel-Krimi gegen Chile! DPV-Männer holen Auftaktsieg
Drama, baby! Deutschlands Padel-Männer haben bei der WM in Katar direkt mal ein Ausrufezeichen gesetzt.

KI-generierte Illustration
Was für ein Auftakt für Deutschlands Padel-Männer! Bei der Weltmeisterschaft in Doha setzt sich das Team in einem hochspannenden Duell mit 2:1 gegen Chile durch. Wie schon in der WM-Qualifikation werden Christian Böhnke und Nick Merten zu den umjubelten Matchwinnern.
Ein Padel-Marathon mit Happy End: Deutschlands Männer sind mit einem wichtigen Sieg in die Weltmeisterschaft in Doha gestartet. Gegen Chile setzte sich die Mannschaft von Bundestrainer Pablo Pelassini mit 2:1 durch. Alle drei Doppel dauerten jeweils mehr als eineinhalb Stunden, insgesamt standen die Teams rund viereinhalb Stunden auf dem Court. Besonders bemerkenswert: Nach der dramatischen WM-Qualifikation gegen Großbritannien, die ebenfalls erst im entscheidenden dritten Doppel gewonnen worden war, bewies das deutsche Team erneut seine Nervenstärke. Begleitet wurde der Erfolg von der lautstarken deutschen Delegation, die ihre Spieler immer wieder nach vorne peitschte.
Reca und Wunner legen vor – Lindmeyer und Fitzon verpassen Ausgleich
Den Auftakt hatten Agustín Reca und Matthias Wunner gegen Daniel Salinas und Cristóbal Martínez gemacht. Die Deutschen fanden hervorragend in die Partie und dominierten den ersten Satz mit 6:1. Vor allem Reca setzte auf der rechten Seite mit seinem offensiven Spiel und zahlreichen Smashes Akzente. Im weiteren Verlauf verlagerte Chile das Spiel jedoch zunehmend auf Wunner, der offensiv zunächst nicht richtig zur Entfaltung kam. Die Chilenen holten sich den zweiten Satz mit 6:4, doch das deutsche Duo kämpfte sich zurück und entschied den dritten Durchgang mit 6:3 für sich. Damit brachte es Deutschland nach einem hart umkämpften Auftaktmatch mit 1:0 in Führung.
Anschließend bekamen es Johannes Lindmeyer und Benjamin Fitzon mit Javier Valdés, dem stärksten chilenischen Spieler, und Cristóbal Molina zu tun. Auch dieses Doppel entwickelte sich über 94 Minuten zu einer umkämpften Angelegenheit. Die Deutschen verloren den ersten Satz mit 4:6, kämpften sich im zweiten Durchgang aber trotz Break-Rückstands noch einmal zurück. Im anschließenden Tiebreak konnten Lindmeyer und Fitzon ihr Niveau allerdings nicht halten und mussten sich mit 6:7 geschlagen geben. Besonders ärgerlich, weil für das deutsche Duo durchaus mehr möglich gewesen wäre.
Böhnke und Merten drehen entscheidendes Doppel
Die Entscheidung lag damit bei Christian Böhnke und Nick Merten - ausgerechnet jenem eingespielten Duo, das schon gegen Großbritannien den entscheidenden Punkt zur WM-Qualifikation geholt hatte. Die beiden gehören als Duo seit Jahren zu den prägenden Gesichtern der deutschen Padel-Szene und sind insbesondere für ihre taktische Stärke und ihren Kampfgeist bekannt. Doch gegen Sebastián Muñoz Campos und Matías Negrete Oliva erwischten sie zunächst einen schwierigen Start. Böhnke musste enorm viel Laufarbeit verrichten, während Merten zunächst seine Offensivqualitäten kaum einsetzen konnte. Der erste Satz ging mit 2:6 deutlich verloren.
Auch zu Beginn des zweiten Satzes lief noch längst nicht alles rund. Doch mit zunehmender Spieldauer fanden die beiden immer besser ihren Rhythmus. Vor allem Merten drehte Mitte des zweiten Durchgangs richtig auf und verlieh dem deutschen Spiel deutlich mehr Durchschlagskraft. Mit 6:3 erzwangen die Deutschen den Entscheidungssatz und übernahmen mit dem gewonnenen Selbstvertrauen zunehmend die Kontrolle. Nach 93 Minuten verwandelten Böhnke und Merten schließlich den Matchball zum 6:4 im dritten Satz. Der Jubel auf und neben dem Court kannte keine Grenzen mehr, das deutsche Team feiert ihr Sieger-Duo mit einer "La Ola". Wieder hatten die beiden geliefert, als es für Deutschland besonders wichtig wurde.
Viertelfinale plötzlich zum Greifen nah
Der Auftaktsieg könnte für den weiteren Turnierverlauf enorm wertvoll sein. Mit Portugal wartet in der Gruppe C zwar noch ein Gegner, gegen den Deutschland klarer Außenseiter ist. Im Duell mit Gastgeber Katar dürfte die Mannschaft dagegen durchaus Chancen auf einen weiteren Erfolg haben. Sollte dieser gelingen, wäre der Einzug ins Viertelfinale so gut wie sicher. Ein solcher Erfolg wäre für den deutschen Padel-Sport ein weiterer Meilenstein, schließlich war bereits die denkbar knappe Qualifikation gegen Großbritannien ein großer Triumph.
Spannend bleibt auch, wie Bundestrainer Pelassini seine Doppel in den kommenden Spielen aufstellen wird. Insbesondere die Kombination Lindmeyer/Fitzon könnte zur Diskussion stehen. Fitzon spielt normalerweise mit Vincent Jülich zusammen, während Lindmeyer gegenüber Jülich aber in der deutschen Rangliste weiter vorne steht. Ob Pelassini an seiner Auftaktformation festhält oder noch einmal Veränderungen vornimmt, wird sich zeigen. Klar ist aber schon jetzt: Nach diesem Auftakt darf die deutsche Mannschaft mit reichlich Selbstvertrauen auf die nächsten Aufgaben blicken.
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