Padel-WM: Argentinien und Spanien auf Augenhöhe?
Die Padel-WM in Doha verspricht einen packenden Zweikampf um den Titel. Spanien und Argentinien sind der Konkurrenz weit voraus. Nach dem Final-Krimi von 2024 könnte es erneut dramatisch werden.

KI-generierte Illustration
Die Padel-WM in Doha verspricht einen packenden Zweikampf um den Titel. Spanien und Argentinien sind der Konkurrenz weit voraus. Nach dem Final-Krimi von 2024 könnte es erneut dramatisch werden. Doch eine Verletzung verschiebt die Kräfteverhältnisse.
Es war ein Finale für die Geschichtsbücher. Bei der Padel-WM 2024 standen sich Argentinien und Spanien gegenüber, die Entscheidung fiel erst im dritten Doppel. Dort lagen die jungen Argentinier Leo Augsburger und Tino Libaak gegen Paquito Navarro und Mike Yanguas bereits mit einem Satz zurück. Doch sie kämpften sich zurück, erzwangen einen Tiebreak im entscheidenden Durchgang – und krönten Argentinien schließlich zum Weltmeister.
Zwei Jahre später ist alles angerichtet für den nächsten großen Showdown. Vom 2. bis 7. November kämpfen in Doha die besten Nationalmannschaften der Welt um den Titel. Und wieder deutet alles auf ein erneutes Finale zwischen Spanien und Argentinien hin.
Beide Nationen sind gespickt mit Weltklassespielern. Der Rest der Welt kann von dieser Qualität bislang nur träumen. Doch wer hat im direkten Duell die Nase vorn?
Argentinien: Der Titelverteidiger ist noch stärker geworden
Agustín Tapia, Fede Chingotto, Leo Augsburger, Franco Stupaczuk, Martín Di Nenno: Schon die Namen lesen sich wie ein Who's who des Weltpadels. Argentinien reist mit einem herausragenden Kader nach Katar – und dem Selbstvertrauen aus zwei WM-Titeln in Folge.
Allen voran stehen Agustín Tapia und Fede Chingotto. Tapia dominiert gemeinsam mit dem Spanier Arturo Coello seit Jahren die Premier-Padel-Tour, auch 2026 sammelte das Duo einen Titel nach dem anderen. Chingotto gehört mit seinem unermüdlichen Laufpensum und seiner außergewöhnlichen Konstanz ebenfalls zur absoluten Weltelite.
Und dann wäre da noch Leo Augsburger. Vor zwei Jahren wurde er gemeinsam mit Tino Libaak zum umjubelten WM-Helden. Mittlerweile hat sich der brachial schlagende Argentinier an der Seite des Spaniers Juan Lebrón in der Weltspitze etabliert.
Mit den erfahrenen Franco Stupaczuk und Martín Di Nenno verfügt Argentinien zudem über weitere hochkarätige Optionen. Die große Stärke des Titelverteidigers: Er kann drei Doppel aufstellen, die selbst gegen Spanien konkurrenzfähig sind. Und genau das entscheidet bei einer Team-WM. Für den Sieg braucht eine Nation zwei gewonnene Doppel.
Spanien: Ein Starensemble – aber ohne Galán
Auch Spanien könnte problemlos mehrere Weltklasse-Paarungen auf den Court schicken. Mit Arturo Coello steht einer der beiden Weltranglistenersten im Kader. Dazu kommen die Top-Ten-Spieler Juan Lebrón, Paquito Navarro, Mike Yanguas, Jon Sanz und Coki Nieto.
Doch kurz vor dem Turnier mussten die Spanier einen herben Rückschlag verkraften: Alejandro Galán fällt verletzt aus. Der Weltklassespieler, der sich beim Kuwait Major verletzt hatte, wurde durch Javi Leal ersetzt. Damit verliert Spanien einen seiner wichtigsten Spieler und zusätzliche Möglichkeiten bei der Zusammenstellung der Doppel.
Dass die Iberer trotzdem absolut titelreif sind, zeigte bereits das Finale 2024. Damals fertigten Coello und Nieto das argentinische Spitzendoppel Stupaczuk/Di Nenno mit 6:1, 6:2 ab. Erst die beiden folgenden Partien drehten das Duell zugunsten Argentiniens.
Wer gewinnt Gold? Argentinien mit einem kleinen Vorteil
Ein klarer Favorit lässt sich kaum ausmachen. Spanien verfügt selbst ohne Galán über außergewöhnliche Qualität und hat mit Coello einen Spieler im Kader, der nahezu jedes Doppel auf ein neues Niveau heben kann.
Dennoch spricht nach Galáns Ausfall mehr für Argentinien. Der Titelverteidiger ist besonders ausgeglichen besetzt, hat mit Tapia und Chingotto zwei absolute Ausnahmespieler und verfügt mit Augsburger über einen der gefährlichsten Offensivspieler der Tour. Hinzu kommt das Selbstvertrauen aus den jüngsten beiden WM-Triumphen.
Spanien wird allerdings alles daransetzen, erstmals seit 2021 wieder Weltmeister zu werden. Und schon das Finale vor zwei Jahren zeigte, wie wenig diese beiden Nationen trennt. Ein einziger Tiebreak könnte erneut den Unterschied machen.
Bronze: Portugal und Italien lauern – Deutschland nur Außenseiter
Während bei Gold und Silber alles auf den nächsten Showdown zwischen Spanien und Argentinien hindeutet, verspricht der Kampf um Bronze ebenfalls Spannung.
2024 sicherte sich Portugal den dritten Platz, Italien wurde Vierter. Beide Nationen gehören erneut zu den aussichtsreichsten Kandidaten. Portugal setzt unter anderem auf die Brüder Nuno und Miguel Deus, Italien bringt mit Flavio Abbate und Álvaro Montiel ebenfalls starke Spieler mit. Auch Brasilien könnte mit seinem Spitzenspieler Lucas Bergamini für eine Überraschung sorgen.
Mit dabei ist auch Deutschland. Die deutsche Nationalmannschaft trifft in Gruppe C auf Portugal, Chile und Gastgeber Katar. Vor allem das Duell mit Portugal dürfte eine große Herausforderung werden. Eine Medaille ist für die deutsche Auswahl angesichts der internationalen Konkurrenz derzeit nicht realistisch. Schon das Erreichen der K.-o.-Runde wäre ein riesiger Erfolg.
Die ganz große Bühne aber dürfte am 7. November wieder Spanien und Argentinien gehören. Und nach dem dramatischen Finale von 2024 wäre es fast überraschend, wenn dieser Titelkampf ohne Drama ausgehen würde.
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